Top 3 Highlights in La Fortuna

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Eine Reise nach La Fortuna bietet sich absolut an, wenn man bereits in Monteverde ist. Die beiden Reiseziele passen thematisch sehr gut zusammen, da man in beiden viel Natur bewundern und den Regenwald genießen kann. Beide Waldgebiete unterscheiden sich jedoch sehr voneinander. Während der Cloud Forest in Monteverde sehr kühl und weitläufig ist, wachsen Bäume, Büsche und Palmen in La Fortuna vor allem in Vulkangegend. Dies war auch der Grund, warum wir uns letztendlich für La Fortuna entschieden haben – die beiden Vulkane Cerro Chato und Arenal. Ich war vorher noch nie auf einem Vulkan und Costa Rica ist ideal, um dieses Versäumnis nachzuholen. Vor allem der Weg von Monteverde nach La Fortuna hat sich sehr gelohnt. Nach einer doch äußerst anstrengenden, mehrstündigen Fahrt mit einem SUV über unbefestigte Straßen, wurden wir mit einer Bootsfahrt über den Lago Arenal belohnt. Von diesem See aus nähert man sich den beiden riesigen Vulkanen Stückchen für Stückchen, umgeben von einer mystischen Atmosphäre, als würde man auf die Insel aus dem Film „Inception“ fahren.

In La Fortuna angekommen checkten wir ein in das beste Hostel, das ich jemals gesehen habe. Das Backpackers Arenal Hostel beschreibt sich selbst als fünf-Sterne-Hostel und ich konnte absolut nachvollziehen, warum: ein kühler Pool für alle Hostelgäste, saubere Zimmer in angemessener Größe, ein riesiger Garten mit Hängematten und eine hippe Bar, an der es qualitativ hochwertiges und günstiges Frühstück gab. Von dieser Seite aus gibt es auf jeden Fall schon mal eine klare Empfehlung. Bei Touren solltet ihr euch allerdings vorher gut informieren und Preise auch in der Innenstadt checken. Bei einigen Aktivitäten lohnt es sich auch, sie auf eigene Faust durchzuführen. In diesem Artikel stelle ich euch drei Dinge vor, die sich in La Fortuna mehr als lohnen und unbedingt mit auf eure To-Do-Liste sollten!

Ausritt zum Wasserfall

Eine Reittour mit Pferden stand ganz oben auf unserer Wunschliste für La Fortuna. Bei Dyon, weil sie ihre Angst vor Tieren überwinden wollte, die größer sind als sie und bei mir, weil ich seit meinem Ausritt am Strand von San José in Mexiko auf den Geschmack von Reitausflügen in der Natur gekommen bin. Auch hier haben wir jedoch drauf geachtet, dass es den Pferden gut geht und tatsächlich, während unseres Ausflug waren die Tiere so gelassen und entspannt, dass wir unsere Entscheidung nicht bereuten. Uns wurde direkt ein besserer Preis angeboten, als bei uns im Hostel und für knapp 30US$ buchten wir den Ausritt zum Wasserfall. Wir hatten sogar doppelt Glück, denn wir waren um diese Uhrzeit tatsächlich die einzigen, die die Tour machen wollten und hatten somit praktisch eine Privatführung. Unser Guide erzählte uns nicht nur spannende Sachen über Costa Rica und La Fortuna, sondern erklärte uns auch einige Dinge über die Menschen und Kultur in Costa Rica. Klar, Spanisch sprechen ist hierbei natürlich ein Pluspunkt. Der Wasserfall selbst ist ein wunderschöner Ort, auch wenn das Wasser wirklich eiskalt ist und doch recht viele Touristen dort unterwegs sind. Gelohnt hat es sich allemal. Anschließend sind wir noch in einen kleinen Ort gefahren, in denen zwei Leute des Maku-Stammes präsentierten, wie ihre Vorfahren lebten. Selbstverständlich laufen dort heutzutage nicht mehr nur alle Menschen in traditioneller Kleidung herum, aber sie leben doch weiterhin recht abgeschieden von der Zivilisation und legen Wert darauf, sich größtenteils selbst zu versorgen.

Cerro Chato

Der Cerro Chato ist der inaktive Bruder des 1670m hohen Vulkans Arenal. Während der Aufstieg auf den Arenal nur erfahrenen Bergsteigern und Wanderern empfohlen wurde und selbst dann körperlich sehr strapaziös sein soll, entschieden wir uns dafür, den etwas weniger anstrengenden Cerro Chato zu erklimmen. Hier hatten wir jedoch schon im Vorhinein gehört, dass man dafür nicht unbedingt eine Tour machen muss, also begaben wir uns auf eigene Faust dorthin. Dies lief zunächst ganz gut, denn mit Google Maps konnten wir den Weg nach oben auf die Spitze des Vulkans erahnen. Als wir jedoch auf einen Zaun stießen, der uns den Weg versperrte, wurden wir stutzig. Trotzdem kletterten wir mal durch um zu sehen, wie es weitergeht. Nur ein paar Schritte weiter stießen wir jedoch auf einen Stier, der mitten im Weg lag und zwar relativ friedlich wirkte, aber sich blitzschnell erhob, als wir versuchten, um ihn herumzulaufen. Da entschlossen wir, doch lieber wieder zurück zu gehen und eine andere Route auszuprobieren. Da uns vorher schon Aasgeier den Weg versperrt hatten, hatten wir keine Lust mehr auf große Experimente. Wir beschlossen, die Bewohner am Straßenrand zu fragen und uns wurde mit Nachdruck empfohlen, lieber wann anders nochmal hochzugehen, denn oben werde es schnell dunkel. Gesagt, getan, also begaben wir uns ein paar Tage später erneut auf das Abenteuer und entschlossen uns diesmal dazu, beim offiziellen Eingangspunkt auf der östlichen Seite des Cerro Chato zu beginnen. Dort mussten wir zwar eine kleine Parkgebühr bezahlen, aber dafür wussten wir, dass wir definitiv auf dem richtigen Weg waren. Jetzt darf man sich aber nicht vorstellen, es handele sich hierbei um einen abgesperrten Weg mit ebenerdigem Pfad, nein – umso höher wir kamen, desto anstrengender wurde es. Was mit einer harmlosen Steigung anfing, ging über in Treppen bis wir uns irgendwann an Wurzeln von Bäumen hochziehen und durch den Dschungel klettern mussten. Nach knapp zweieinhalb Stunden, etlichen Überlegungen, aufzugeben und dem immer wieder siegenden Entschluss weiterzumachen, kamen wir oben am Krater an, vollkommen am Ende unserer Kräfte. Da hörte der Spaß aber nicht auf. Denn man kann den Krater runterklettern bis zu dem See, der sich in der Mitte gebildet hat. Das war der absolut schwierigste und matschigste Part und danach waren wir einfach nur froh, endlich angekommen zu sein. Nach einer kurzen Pause wurde uns jedoch bewusst, dass wir all das auch wieder zurücklaufen mussten. Zu allem Überfluss fing es auf dem Rückweg auch noch an, wie aus Eimern zu gießen und alles wurde noch weitaus schlammiger und rutschiger als vorher.
Den Cerro Chato hochzuklettern war definitiv das anstrengendste, was ich je in meinem Leben getan habe. Es war aber auch eine der abenteuerlichsten Dinge und das war es absolut wert!

Aguas Termales

Nun, ihr wisst mittlerweile, dass La Fortuna Vulkangebiet ist. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in diesem Gebiet natürliche Thermalquellen befinden, bei dem das Wasser durch die Vulkane erwärmt wird. Man kann mal einen Tag lang in die künstlichen Thermalbecken verschiedener Hotels und Freizeitanlagen hüpfen und das warme Wasser dort genießen. Oder man macht es wie wir und fragt die Leute vor Ort, wo es natürliche Thermalbecken gibt. So endeten wir unter einer Brücke, unter der das warme Wasser unaufhaltsam hindurch floss. Die Strömung war zwar recht stark, aber nicht so extrem, dass man sich nicht aus eigener Kraft wieder an den Rand des Beckens hätte ziehen können. Am schönsten ist es dort abends, denn dann bringen die Leute Kerzen mit und alles wird in romantisches, schummriges Licht getaucht. Es war unglaublich angenehm, einfach das Wasser um sich herum zu spüren und die Strömung am Körper zu fühlen. Wie ein Spa-Aufenthalt, nur eben vollkommen kostenlos. Das einzige, worauf ihr achten solltet, ist, dass es ja schließlich natürliche Becken sind. Damit gehen auch kleine Tiere einher. Im Vulkansand hatten sich einige kleine, rote Würmer versteckt, die ich beim Duschen danach aus meinem Bikini fischen musste. Nicht der beste Moment meines Lebens, also empfehle ich euch, nicht zu tief im Schlamm zu graben. Hinkommen kann man leider nur mit dem Auto, beziehungsweise unter Umständen auch mit dem Fahrrad, aber zu Fuß liegen die Quellen zu weit außerhalb von La Fortuna.

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