Die perfekte Belize Route

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Dinge passieren im Leben oft anders, als man sie eigentlich geplant hat. Während meiner Reise durch Mexiko, Belize und Costa Rica habe ich gelernt, solche Situationen anzunehmen und einfach mit dem Wind zu gehen. Keine zu engen Pläne zu machen und mich einfach in der Welt der Reiseabenteuer treiben zu lassen. So kam es auch, dass ich alle meine Belizepläne plötzlich über den Haufen war und letztendlich eine wahnsinnig gute Zeit hatte und keine dieser spontanen Änderungen auch nur eine Sekunde bereut habe. Ich bin im Paradies gelandet mit einigen der coolsten Menschen, die ich je getroffen habe, denn wir alle fühlten uns wie in einer großen Freundesgruppe, die sich schon Jahre kennt. Denn manchmal braucht es nur ein paar Tage, um sich schon wie wirklich gute Freunde zu fühlen.

Mein Plan war es eigentlich, den Bus von Chetumal in Mexiko nach Belize City zu nehmen, danach die Hauptstadt Belmopan zu besichtigen und anschließend meine Reise in Placencia zu beenden. Ich war an keinem dieser drei Ort, außer bei der Durchreise zum Flughafen oder zur Busstation in Belize City. Ich habe all meine Pläne gecancelled, weil ich mit einem älteren Paar in Chetumal geredet habe. Sie waren die Besitzer eines Bistros, in dem ich gefrühstückt habe und haben mir von San Pedro erzählt. Sie sagten mir, dass es nicht weit weg sei und wirklich paradiesisch sein soll. Dass Belize City absolute Zeitverschwendung sei und dass ich es doch mal mit San Pedro probieren solle. Also tat ich es. Nahm die Fähre (was nicht der einfachste Part der Story war, aber das ist einen eigenen Blogeintrag wert), checkte in mein Hostel ein und hatte eine großartige Zeit. Ich habe die unglaublich coolen Menschen getroffen, von denen ich euch am Anfang erzählt habe, und so beschlossen wir, Teile von Belize zusammen zu erkunden.

San Pedro

Madonna nannte sie “La Isla Bonita”, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob sie tatsächlich wusste, dass Belize ein englischsprachiges Land ist. Wie dem auch sei, es ist eine unglaublich schöne Insel. Ja, sie ist sehr touristisch, aber um ehrlich zu sein, hat mich das hier gar nicht gestört. Ich hatte das Gefühl, dass es eine sehr schöne Atmosphäre ist, mit all den Menschen, die hier zusammenleben. Touristen, spanischsprachige Menschen, Belize locals oder Leute, die ihr Feriendomizil hier haben. Alle kamen super miteinander aus und hatten Spaß.
Eine Sache, die ihr auf jeden Fall mitmachen solltet, ist das Krabbenrennen in der Crazy Canucks Bar. Hier könnt ihr auf die schnellste Krabbe wetten und all das Geld, das dabei gesammelt wird, geht an einen guten Zweck. Außerdem kümmern sie sich wirklich gut um die Krabben.
Solltet ihr eher Fans von Wasser und Tauchen oder Schnorcheln sein, dann seid ihr auf San Pedro an der richtigen Adresse. Das Belize Barrier Reef ist nach dem australischen Great Barrier Reef das zweitgrößte Riff der Welt. Die faszinierendste Attraktion ist wahrscheinlich das Great Blue Hole, ein unterirdisches Höhlensystem von ca. 125 Metern Tiefe. Das geht aber auch ganz schön in den Geldbeutel. Für einen Trip mit 2-3 Tauchgängen müsst ihr mit um die 300US$ pro Person rechnen. Eine günstigere Option ist das Schnorcheln im kristallklaren Wasser von Hol Chan und Shark Ray Alley. Den besten Preis bekommt ihr bei Searious Adventures, wo ihr für ungefähr 32US$ (die meisten anderen nehmen dafür 40-50US$) eine zweistündige Fahrt inklusive Schnorchelausrüstung buchen könnt. Es geht dann zu zwei wahnsinnig schönen Unterwasserwelten, wo ihr die Chance habt, bunte Fische, Korallen, Ammenhaie, Rochen und viele weitere Kreaturen des Ozeans zu erblicken. Definitiv das Geld wert!

Caye Caulker

Nach meiner großartigen Zeit in San Pedro habe ich spontan entschlossen, mich den anderen Reisenden anzuschließen und nach Caye Caulker weiterzuziehen, von dem es hieß, es sei eine wunderschöne Insel, die ein wenig ruhiger ist. Ich glaube, ich lag richtig damit, dieser Empfehlung zu folgen. Wir waren ca. 30 Minuten mit der Fähre unterwegs, während sich die Fahrt plötzlich in ein privates Fotoshooting verwandelte auf dem Deck, auf das sonst eigentlich niemand rauf darf. Aber die Leute in Belize schienen mir eh sehr entspannt zu sein und nichts wirklich ernst zu nehmen. Dieser Eindruck wurde von den Menschen, die im Hostel Dirty McNasty arbeiteten und lebten, nur noch bestätigt, welches ein Glück nicht unser Hostel war, aber dafür ein ganz cooler Ort zum Abhängen war. Um es kurz zu machen: es war dirty und nasty, also schmutzig und heruntergekommen durch und durch. Was will man auch erwarten. Generell ist es jedoch nicht so einfach gute Hostels auf Caye Caulker zu finden, aber da wir meist eh den ganzen Tag am Strand verbrachten, war das auch eher nebensächlich.
Unser Lieblingsort zum Entspannen: Koko King, eine kleine Privatinsel, die man durch eine einminütige Bootsfahrt erreicht – gratis! Man soll eben dafür einfach in dem dortigen Restaurant Getränke und Essen verzehren, was meiner Meinung nach ein echt fairer Deal ist. Ihr solltet diese kleine Insel echt nicht verpassen, denn es ist wirklich der schönste Strandort, den ich je gesehen habe. Ich meine, es gibt sogar schwebende Betten am Strand, die man benutzen darf. Noch einmal – gratis! Ihr müsst euch einfach an den Raggamuffin Stand an der Strandpromenade wenden und nach den Booten zur Koko Bongo Island fragen und sie werden euch sagen, wo es lang geht.
Wenn ihr in der Nacht noch Lust habt, was zu unternehmen, dann solltet ihr in der Sports Bar der Insel vorbeischauen. Und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass einfach mal die komplette Insel dort die Nächte verbringt. Aus einem guten Grund. Sie spielen nicht nur einen super Musikmix bestehend aus einer Phase von 90er Songs und All Time Classics bis hin zu Reggaeton und Salsa Beats inklusive des Weltlieblingssongs Despacito (ich weiß, dass ihr den Song alle heimlich liebt!). Nein, sie haben noch mehr zu bieten, denn die Aktivitäten wechseln fast täglich: eine Trivial Night, einen Filmabend oder (wie der Name schon andeutet) einen Sportabend. Das ist definitiv die beste Art und Weise, seine Energie, die man beim Entspannen am Strand tagsüber gesammelt hat, mal wieder loszuwerden.

Hopkins

Ich muss gestehen, dass es nicht meine erste Wahl war, nach Hopkins zu gehen. Aber die heilige Zeit der Semana Santa (Ostern) scheint Menschen in christlichen und vor allem katholischen Ländern durchdrehen zu lassen. Ich habe also etwas wichtiges daraus gelernt: Egal, ob man gerne im Vorhinein plant oder nicht – wenn gerade ein Feiertag ansteht, dann schluck eben mal deinen Stolz als freier Reisender herunter und plane früh genug! Tja, das habe ich nicht. Deswegen bekam ich auch leider nicht mehr die Chance, das (in meiner Vorstellung) wunderschöne Placencia zu besuchen. Wir haben einfach keinen bezahlbaren Schlafplatz mehr gefunden, alles war restlos ausgebucht. Das Hostel, das wir jedoch in Hopkins ein wenig weiter nördlich von Placencia gefunden haben, war fantastisch. Das Funky Dodo Hostel war schön und direkt am Strand gelegen. Es ist ein sehr ruhiger Ort mit ca. 1.000 Einwohnern (zumindest laut Wikipedia). Aber wenn ihr schon mal da seid, solltet ihr euch nicht entgehen lassen, eine nächtliche Garifuna Trommel Session anzusehen. Garifuna sind Menschen mit afrikanischen, karibischen und europäischen Wurzeln und so einer Trommelsession beizuwohnen und den Sprechgesängen in der Garifuna Sprache zu lauschen, ist einmalig.
Solltet ihr Freunde von Natur sein, findet ihr auch hier was in Hopkins für euch. Man hat nicht nur den Strand direkt vor der Tür (auch wenn das Wasser hier stürmischer ist als auf Caye Caulker), sondern es gibt reichlich Dschungel, den man entdecken kann. Wir sind zum Bocawina National Park gefahren, was recht schwierig ist ohne eigenes Auto. Es gibt keine andere Möglichkeit, als ein para Mal per Anhalter zu fahren, aber die Menschen dort sind das bereits gewöhnt. Wenn ihr schließlich dort ankommt, zahlt ihr eine kleine Eintrittsgebühr von 5-10BZ$ (ca. 2,50-5€) und dann erklärt euch der ältere Besitzer die Route. Er ermutigt euch, den Weg nicht zu übereilen, sondern sich Zeit zu nehmen. Und da der Hügel wirklich steil war, war das ein hilfreicher Tipp. Außerdem kann man faszinierende Dinge entdecken, wenn man sich Zeit lässt: wir haben eine Schlange in einem Baum gesehen, eine riesige Spinne auf einem Stein und in dem natürlichen Wasserbecken am Ziel leben kleine Fische, die die tote Haut von deinen Füßen abknabbern. Eine kostenlose Spabehandlung nach all den Anstrengungen. Das war ein Naturerlebnis, das keine Wünsche offen gelassen hat.

San Ignacio

Leider habe ich es selbst nicht mehr nach San Ignacio geschafft. Dies wäre ein Reiseziel gewesen, das ein wenig weiter im Landesinneren liegt und Maya Ruinen, Höhlen und Dschungel zu bieten hat. Meine liebe Freundin Tamara, die mit mir durch Belize gereist ist, war jedoch da. Sie erzählte mir, dass es ein schöner Ort ist, aber unglaublich heiß und super teuer (was, so gesehen, keine Überraschung ist in Belize). Wenn ihr aber trotzdem ein wenig freie Zeit zur Verfügung habt, dann könnte das eine Option für euch sein, um das Land noch ein wenig besser kennenzulernen.

Eine Antwort

  1. Ich will unbedingt und sofort da hin…..jeeheeetzt😎😎😎😔
    Danke für die immer so toll verfassten Beiträge 😘😘😘

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